Google DatenDialog 2012 in Berlin: Der Wert von Daten

Google DatenDialog 2012Heute lud Google Deutschland zum „DatenDialog“ nach Berlin ein. In der Kalkscheune diskutierten die Teilnehmer über den Wert erhobener Daten. Wieland Holfelder (Entwicklungsleiter, Google Deutschland) versuchte den finanziellen Aspekt dieser Daten herauszustellen und sensibilisierte indem er aufzeigte, dass sie dem gleichen Stellenwert wie Datenschutz sowie Sicherheit von Daten gleich kommen.

Dazu setzt sich Holfelder für mehr Medienkompetenz bei den Benutzern ein: „Nutzer wollen und sollen das Datenschutz- und Sicherheitsniveau ihrer Geräte selber bestimmen können. Doch was nützen die besten Tools, wenn die Nutzer nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen?“ Auf diese Äußerung hin kam es zu Stellungsnahmen der weiteren Teilnehmer. Lutz Stroppe (Staatssekretär, Bundesfamilienministerium) betonte, dass gerade die Kooperation bereits bestehender Initiativen zu einem guten Ergebnis führen würde. Siegfried Schneider (Präsident, Bayerische Landeszentrale für neue Medien – BLM) bemängelte, dass nach wie vor die Medienkompetenz gerade in der klassischen Ausbildung sowie dem Alltag vernachlässigt werden und möchte hier Erzieher, Ausbilder und Lehrkräfte in die Pflicht nehmen. Harald von Bose (Landesdatenschutzbeauftragter, Sachsen-Anhalt) sieht ebenfalls die Notwendigkeit beim Umschwung in Ausbildung und Lehre: „Es geht nicht allein mit Medienkompetenz, nicht allein mit privatsphärefreundlichen Voreinstellungen – es muss auch ein Rahmen gesetzt werden durch den demokratischen Souverän“.

Paul Nemitz (Direktor Grundrechte und Unionsbürgerschaft, EU-Kommissionsgeneraldirektion Justiz) sprach jedoch auch kritische Punkte an: „Google ist ein alter Kunde, wenn es um Datenschutz geht“. Er erwartet von dem US-Suchmaschinenkonzern sich der bereits geäußerte Kritik der französischen Datenschutzbehörde (CNIL) anzunehmen. Es kann in der heutigen globalisierten Zeit nicht sein, dass ausschließlich US-Rechtsprechung für US-Unternehmen verbindlich sei. Nemitz setzt sich dafür ein, dass es keine Absenkung des restriktiven EU-Datenschutzniveaus auf das Niveau der US-Regulierungen geben wird.

Peter Schaar Keynote auf dem letzten Google DatenDialogArnt Bode (Leitung, Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften) lenkte das Gespräch auf einen anderen Aspekt. Ohne die Hilfe von Google sei ein Projekt wie die Bestandsdigitalisierung der Staatsbibliothek Bayern nicht denkbar gewesen: „Das wäre wahrscheinlich mit den Mitteln die der Bayerischen Staatsbibliothek sonst zur Verfügung stehen ein Projekt für die nächsten 20-40 Jahre gewesen.“ Als Gegenleistung erhielt Google eine Kopie der Digitalisierung für eigene Unternehmenszwecke zur Verfügung gestellt.

Richard Gutjahr (Bayerischer Rundfunk) führte als Moderator durch die Gespräche mit den Gästen bei Googles erstem DatenDialog.

Morgen findet die Datenschutzkonferenz des Bundesinnenministeriums und des Humboldt-Instituts für Internet und Gesellschaft statt. Somit bleibt es interessant wie sich die Datenschutzfrage im Umgang mit Google entwickeln wird.


Keynote von Peter Schaar auf dem vorangegangenen Google DatenDialog.

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